Unser Umland:

Wappen von Jersbek
Gut Jersbek
Jersbek
verdankt seinen Ruhm dem größten Gutsgarten im Lande. Das schon im 19.
Jahrhundert als Höhepunkt barocker Gartenkunst bewunderte Werk wurde unter
Wahrung seines Alleengerüsts zum Landschaftsgarten verändert. Heute ist es,
vom Eigentümer mit Hilfe des Kreises Stormarn gepflegt, ein beliebtes
Ausflugsziel, vor allem zur Zeit der Himmelsschlüsselchen-Blüte, die die
Gartenanlage in einen gelben Teppich verwandelt. Weniger bekannt, wenngleich von
baugeschichtlichem Interesse, ist das ältere Herrenhaus.
Eine Lindenallee bildet die Vorfahrt sowohl für den Gutshof als auch für den unabhängigen von Hof und Herrenhaus angelegten Garten. Etwas abseits des Herrenhauses liegt südlich der Wirtschaftshof noch heute im Gutsteich. Man betritt den Garten über ein vor dem Torhaus angelegtes Rondell, in das die Vorfahrtsallee mündet.
Jersbek ist ein relativ junges Gut, das erst im späten 16. Jahrhundert aus einer Erbteilung entstanden ist. Am 14. Februar 1587 starb Jasper von Bokwold, Herr auf Gut Borstel und Sierhagen. Im Rahmen eines Erb- oder Brüdervergleichs vom 6. Dezember 1588 im damals üblichen Losverfahren erhielt dann einer der Söhne das Jersbeker Gut. Unter diesem Hans von Bokwold, der sich jetzt "von Buchenwaldt" nannte, wurde dort ab 1588/89 eine bereits bestehende, wohl bescheidene Hofanlage ausgebaut. Das Herrenhaus ist in den Jahren 1617 bis 1620 entstanden.
1705 heiratete Anna Margarete, die einzige nach kurzer Ehe verwitwete Tochter Jasper von Buchwaldts, Bendix von Ahlefeldt (1679-1757), der damit Herr von Jersbek wurde. Zunächst baute er das Haus zwischen 1726 und 1729 weitgehend um. Gleichzeitig hatte er mit der Neuanlage des Gartens begonnen. 1747 publizierte Christian Fritzsch einen großformatigen Kupferstich des Gartens, der damit berühmt wurde. Er galt neben den Gärten in Traventhal und Seestermühle als der schönste in den Herzogtümern.
Seit Jersbek 1840 in die Hände der Familie von Reventlow gelangte, wurde der Garten unter Erhaltung der barocken Großstrukturen im Landschaftsstil modernisiert und das Herrenhaus vereinfacht, aber gleichzeitig in zeitgemäßen Formen erweitert.
Das
heutige Herrenhaus ist ein in Backstein erneuertes Doppelhaus aus zwei längsrechteckigen,
schmalen Bauteilen. Die Raumaufteilung in beiden Geschossen stammt noch aus dem
18. Jahrhundert. 1991 bis1995 erfolgte eine grundlegende Sanierung.
Der große Garten wurde ab 1726 angelegt. Bis heute
ist unbekannt, wer ihn entworfen hat. Den besten Überblick gewinnt man von der
Stelle des ehemaligen Lusthauses. Eine vierreihige Allee in Fortsetzung der
Hauptachse des Gartens greift einen haben Kilometer nach Norden in die
Landschaft aus und wird durch eine Schneise im anschließenden Wald fortgesetzt.
Von den ehemals zahlreichen, hoch qualitätvollen Gartenskulpturen sind nur
Reste beim Herrenhaus zusammengestellt erhalten. Im Wald nordöstlich des
Gartens befindet sich die nach 1791 angelegte Grabstätte des Paschen
von Cossel und seiner Gemahlin Elisabeth, zwei Grabsteine mit
Freimauersymbolen innerhalb eines Mauerrings.